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Informationen KURZ & BÜNDIG - Nr. 11 / August 2003

Thema: Raumklimatische Verhältnisse in Orgeln


Einen interessanten Artikel zu diesem Thema fanden wir im Heft 2 der Zeitschrift ARS ORGANI vom Juni 2003. Herr Ulrich Schmelz befasste sich mit dem Thema "Pilzbefall in Orgeln". In seinem Artikel geht er auf Ursachen, Auswirkungen auf die Gesundheit und mögliche Bekämpfungsmaßnahmen ein. In dem Artikel heißt es u. a.: "Grundsätzlich sind für die Entstehung von Pilzbefällen folgende Faktoren begünstigend:

Liegt die Luftfeuchtigkeit über 65 % rel. Feuchte, so ist festzustellen, ob dieser Wert lediglich nach Veranstaltungen (Gottesdiensten) oder permanent vorhanden ist." Abhilfe kann eine ausreichende Stoßlüftung schaffen, wobei die Witterungsverhältnisse zu beachten sind. Einfluss auf die relative Luftfeuchte im Raum haben natürlich auch die Besucher. Es ist jedoch festzustellen, dass die Beeinflussung der relativen Luftfeuchte durch die Besucher mit zunehmender Größe des Kirchenraumes abnimmt. Bei permanent hoher Luftfeuchtigkeit "... sollte der Rat eines Fachmanns für Innenraumluft, Bauhygiene und Raumklima eingeholt werden. Nach Abstimmung mit ihm und dem Orgelbauer, der die Orgel in Pflege hat, kann es hilfreich sein, in der Orgel einen hygroskopischen Trockner aufzustellen, ... Er besteht aus einem Salzsäckchen, das auf einem Kunststoffgitter über einer Auffangwanne gelagert ist. Da Salz hygroskopisch ist (es "zieht Wasser" an", d. h. auch die Luftfeuchte), wird Wasser an der Salzoberfläche angelagert und tropft, da das verwendete Salz eine geringere Löslichkeit als das übliche Kochsalz besitzt, in die darunter stehende Wanne ab. Dadurch wird der Luft Feuchtigkeit und vor allem kondensierende Feuchte entzogen. Wichtig ist, dass beim Aufstellen dieser Einrichtung in der Orgel ein Kleinklima von ca. 50 % rel. Luftfeuchte erreicht wird. ... eine zu geringe Luftfeuchtigkeit (z. B. < 30 %), wie sie durch elektrische Entfeuchter erreicht wird, ist für die Faserstruktur des Holzes nachteilig und würde zur Rissbildung führen.

Maßnahmen zur Verbesserung der Luftzirkulation in der Orgel kann am besten der Orgelbauer vorschlagen."

Zur Vermeidung der Dunkelheit kann "... unter Umständen das Anbringen einer Energiesparleuchte, möglichst in Schwarzlichtausführung mit erhöhtem UV-Anteil, die durch eine Schaltuhr stundenweise eingeschaltet werden kann." beitragen.

"Im Blick auf die Pilzproblematik wäre optimal eine konstante Raumtemperatur von ca. 14 °C, die dann thermostatgesteuert mit 0,1 °C pro Stunde auf 19 °C erhöht wird und nach dem Gottesdienst und der kurzen Stoßlüftung wiederum mit 0,1 °C pro Stunde wieder auf 14 °C abgesenkt wird. ... Zu beachten ist dabei, dass Durchheizen auf 14 °C in Frostperioden zu extremer Lufttrockenheit führen kann, die ihrerseits schädlich für hölzerne Orgelteile ist und eine künstliche Befeuchtung erfordern kann. Auch hier ist der Rat des Klimafachmanns unerlässlich. Das Durchheizen auf 14 °C ist meist aufgrund technischer und finanzieller Gesichtspunkte nicht zu verwirklichen. Auch dann sollte der Kirchenraum möglichst langsam aufgeheizt werden, eine längere Stoßlüftung nach dem Gottesdienst vollzogen werden und nach dem Gottesdienst die Heizung vor dem Abschalten noch ca. 1 Stunde (oder länger) heizen. So können in kleineren Kirchenräumen eine länger währende Luftfeuchtigkeit über 65 % rel. Feuchte und eine Taubildung an den Baugegenständen vermieden werden."

Sind Pilze einmal vorhanden, sollte sie bekämpft werden. "Nach Auffassung des Verfassers, der sich auf eine umfangreiche mikrobiologische Prüfung und eine mehrjährige Erfahrung stützt, wird eine sichere und nachhaltige Pilzbekämpfung durch eine Mischung aus ... fungiziden Stoffen erreicht."

Für Rückfragen an Herrn Schmelz können bei uns die Adressdaten erfragt werden.

 

Weiterbildung


Seminare der VBG:

Veranstaltungen Evangelischer Akademien:

 

Für Sie gelesen


Dass der Hausputz der Zukunft wesentlich leichter werden könnte, versprechen Wissenschaftler des Institutes für Neue Materialien in Saarbrücken. Sie haben eine neue Kunststoff-Oberflächenbeschichtung entwickelt, die sich nicht nur selbst reinigt, sondern auch noch keimtötend wirkt. "Mit Hilfe chemisch hergestellter Nanopartikel, die rund 5000 mal kleiner als der Durchmesser eines Haares sind, kann die neue Beschichtung einfach und kostengünstig wie ein Lack auf Kunststoffe, Glas, Stahl oder auch das Mauerwerk von Häuserfassaden aufgetragen werden. Organische Verschmutzungen auf den Oberflächen werden durch die Nano-Substanz zersetzt und Keime abgetötet. ... In Japan haben solche "fotokatalytischen" Beschichtungen bereits ein Marktvolumen von rund 400 Millionen Euro." (Quelle: Klima-Report von GEA-Happel, Ausgabe vom Januar 2003)

 

Tipps


Die Stiftung Warentest untersuchte zuletzt Gas-Brennwertkessel mit und ohne Warmwasser-Speicher. Die Testergebnisse können in der Ausgabe 8/2003 nachgelesen werden. Außerdem nahm die Stiftung Warentest Fördermittel für die Modernisierung von Heizungskesseln unter die Lupe. Informationen hierzu können in der Ausgabe 6/2003 nachgelesen werden.

Wussten Sie schon, dass ...


 

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Informationsschluss: 31.08.2003