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Informationen KURZ & BÜNDIG - Nr. 8 / Okt. 2002

In eigener Sache


Die Flutkatastrophe im August sorgte für Aufregung, Anteilnahme und Betroffenheit. Nahezu JEDER sächsische Bürger war in irgendeiner Form betroffen, entweder selbst oder durch geschädigte nahe Angehörige. Bemerkens- und aus Sicht der Geschädigten dankenswert und in diesem Maße nicht erwartet sind die zahlreichen Hilfsprojekte, die unmittelbar nach der Katastrophe ins Leben gerufen wurden. Erwähnen möchten wir Aktionen der Ingenieurkammer Sachsen, die zahlreiche Fachleute vermittelte, um Schäden (ohne Vergütung) zu erfassen und dokumentieren, aber auch Aktionen der Wirtschaftsjunioren Chemnitz, die schnell(er) und unbürokratisch(er) (als der Staat) halfen. Auch für viel - nicht unmittelbar von der Öffentlichkeit registriertes - persönliches Engagement ist zu danken. Unser Büro hat es zum Glück nicht direkt betroffen, die Zwönitz, ein Bächlein von zirka 5 Meter Breite und 20 Zentimeter Tiefe, wuchs kurzzeitig zu einem fast 100 Meter breiten Strom. Rund 30 Zentimeter fehlten, dann wäre der Fluss durch unser Büro geflossen und es hätte auch uns erwischt. Leider hatten viele unserer Nachbarn nicht solches Glück, so dass es für uns selbstverständlich war, durch tatkräftige Hilfe vor, aber auch nach der Flut beim Aufräumen und durch die Bereitstellung der Stromversorgung zu helfen. Aber auch finanziell haben wir uns engagiert. Wenngleich wir einige Tage Arbeitsausfall hatten (jede größere Firma, die eine Arbeitsstunde für die Flutbetroffenen gearbeitet hat, wurde in den Medien besonders gelobt!), werden wir nicht aufs Kommunalamt gehen, um uns den "sächsischen Orden" zu holen. Die Idee ist prinzipiell lobenswert, aber müsste da nicht JEDER Sachse hingehen? Wäre es da nicht einfacher, die Finanzämter würden die Orden gleich mit den Lohnsteuerkarten für nächste das Jahr verschicken?

 

Technische Informationen Trocknungsverfahren Massivwände


Das Hochwasser im Sommer diesen Jahres hat nicht nur die Betroffenen und die Medien beschäftigt. Auch die Geschäftemacher nutzten und nutzen die Chance für zum Teil recht dubiose Angebote. Ein Problem war, dass geflutete Keller zu schnell abgepumpt wurden. Dies nützt nur dann etwas, wenn gleichzeitig der Grundwasserspiegel sinkt. Ansonst drückt das erhöhte Grundwasser sowohl gegen die Kellerfußböden als auch gegen die Kellerwände. Ein weiteres Problem ist die Feuchtigkeit, kommen doch mit dieser auch die berühmt-berüchtigten Schimmelpilze. "Findige" Leute empfehlen als Mittel zur Pilzabtötung sogenannte Fungizide. Durch das Umweltbundesamt wurde der Einsatz derartiger Mittel für Innenräume abgelehnt! Auf der Webseite des UBA findet man brauchbare Tipps für den Umgang mit den Pilzen. Aber selbst, wer nicht durch Schimmelpilze betroffen ist, muss sich Gedanken um die Beseitigung der Nässe in den Wänden machen. Vorab hierzu eines: Der Kampf ist langwierig! So dauert es nach Angabe des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes rund ein Jahr, bevor eine 36 cm dicke Ziegelwand wieder trocken ist. Verschiedene Firmen - die Namen sind zum Teil bekannt - nutzen die Notlagen der Betroffenen aus, um mit "Erdstrahlen", "drahtloser Elektroosmose", "geoenergetischen Kraftfeldern" oder "gravomagnetischen Bodenenergien" die Wände mit Naturkräften trocknen zu wollen. Verfahren, die auf diesen Grundlagen basieren, sind weder unabhängig zertifiziert, noch öffentlich anerkannt. Dies führte wohl auch bei der öffentlichen Hand dazu, dass derartige "Zauberkästchen" nicht angeschafft werden sollen. Die sächsischen Baubehörden wurden vom Finanzminsterium deshalb bereits angewiesen, nur anerkannte Verfahren einzusetzen. Bei Kosten von 3.500 bis 5.000 Euro für 100 m² Trocknungsfläche auch kein Wunder. Wirksamere Hilfsmittel sind Kondensattrockner, die warme Luft in die Räume blasen und entstehendes Kondensat auffangen. Auch Entfeuchtungs-geräte dürften gut funktionieren. Aber wie bei jedem Zwangsverfahren stellt sich auch hier die Frage, was bringen die Geräte wirklich. Schließlich nützt es nichts, wenn die ersten 5 cm trocken sind, die Wand dahinter oder das Erdreich sich aber kaum verändert. Abschließend sei noch auf die Mikrowellentrocknung eingegangen. Diese hat sich spätestens seit der Oder-Flut stärker etabliert. Jedoch besteht die Gefahr, dass die Wände zu heiß werden. Bereits bei Temperaturen ab rund 105 °C kann es zu Beeinträchtigungen der Festigkeit der Baustoffe kommen - problematisch insbesondere bei statisch tragenden Bauteilen. Die einfachste, preiswerteste und natürlichste Möglichkeit ist nach Auskunft des Fraunhofer-Institutes für Bauphysik eine Kombination von Heizen und Lüften. So sollen die Raumtemperaturen ca. 10 Kelvin über den Außentemperaturen liegen, damit die Raumluft ausreichend Feuchtigkeit binden kann. Diese dann sehr feuchte Luft muss nach außen transportiert werden, was mittels Ventilatoren erfolgen kann. Zur Erläuterung der Zusammenhänge zwischen Temperatur und Luftfeuchte wird das h-x-Diagramm genutzt. Daraus ist erkennbar, dass beispielsweise der absolute Wassergehalt der Luft bei 20 °C und knapp 70 % relativer Luftfeuchte genauso groß ist, wie bei 30 °C und knapp 40 % relativer Luftfeuchte. Das bedeutet, dass 30-grädige Luft ungefähr die doppelte Menge an Wasser aufnehmen kann, um den Wert von 70 % relativer Luftfeuchte nicht zu überschreiten. Da die Zusammenhänge nicht linear sind, muss bei anderen Ausgangswerten das Diagramm benutzt werden. Eine einfache Umrechnung führt in der Regel sonst zu falschen Ergebnissen!

 

Weiterbildung


Ganz neu liegt uns nun schon der Seminarplaner der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft für das neue Jahr vor. Auf folgende kostenfreie Seminare der VBG möchten wir deshalb hinweisen:

Wie Sie vielleicht bereits erfahren haben, wurde die für Ende September geplante "ecclesia" abgesagt. Sie soll nun vom 13.-15.02.2003 in Köln stattfinden. Auch bei der "GLORIA" kam es zu einer Terminverschiebung. Sie fand vom 17.-19.10.2002 in Dornbirn/Vorarlberg statt. Gegebenenfalls werden wir in unserer nächsten Ausgabe berichten. Aus unseren früheren Ausgaben verbleibt die "BUDMA", die vom 21.-24.01.2003 in Poznan/Polen (www.budma.pl) stattfindet.

Vom 30.10.-02.11.2002 findet in Leipzig die "denkmal 2002", die europäische Messe für Denkmalpflege und Stadterneuerung, statt. Eine herausragende Stellung bei dieser Messe nimmt dabei der 24. Evangelische Kirchbautag ein, der dieses Mal von der sächsischen Landeskirche veranstaltet wird.

Infos: www.kirchbautag.de und www.denkmal-leipzig.de

 

Für Sie gelesen


In der Zeitschrift "Die Auslese" vom 20.06.2002 fanden wir folgenden Artikel zum Thema: "Reine Luft für Gotteshäuser - Kerzen aus Stearin statt aus Paraffin - 98 % weniger Ruß?": Zu dieser laut Verfasser falschen Aussage konnten folgende Ausführungen nachgelesen werden:

"Generell ist eine Verbrennung ohne jegliche Rußabgabe aus chemmisch-physikalischen Gründen nicht möglich. Die Wahl der Brennmasse, Paraffin oder Stearin, hat keinen messbaren Einfluss auf das Rußverhalten. Das gleiche gilt für das Herstellungsverfahren Gießen/Ziehen oder Pressen, damit auch für das vom Hersteller beanspruchte Patent, nämlich Pressen von Stearin.Das ist in der Kerzenbranche Allgemeinwissen, dass u. a. durch die DEKRA Umwelt GmbH nachgewiesen ist. Das Rußen einer Kerze oder eines Opferlichts wird maßgeblich beeinflusst durch die Abstimmung Docht/Brennmasse. Ist die Abstimmung falsch, rußt die Kerze. Ein derartiges entweder defektes oder mit einem Konstruktionsfehler behaftetes Opferlicht hat der "Opferlicht-Erfinder" herangezogen, um das ganz normale Rußverhalten des von ihm "erfundenen Opferlichtes" als sensationell gut darzustellen. Einwandfreie Kerzen oder Opferlichte, die unsere Innungsmitglieder herstellen, haben keine nennenswerten Rußemissionen. Eine Gesundheitsbeeinträchtigung ist nachgewiesenermaßen ausgeschlossen. Es kann also mit Sicherheit gesagt werden, um reine Luft in Gotteshäusern musste man sich niemals, auch nicht heute sorgen. Der Bericht von diesem "Opferlicht-Erfinder", der wegen seiner Werbebehauptungen bereits diverse Verbote kassiert hat, basiert auf unwahren und unlauteren Angaben."

 

Wussten Sie schon, dass ...


 

Letzte Hinweise


Vorstehende Informationen sollen niemanden und nichts empfehlen, bevorzugen oder anderweitig bevorteilen bzw. benachteiligen. Fragen zu dem Inhalt beantworten wir gerne. Bitte geben Sie in diesem Falle die betreffende Nummer der Ausgabe an.

Wenn wir unsere Informationen auch an andere Personen senden sollen, lassen Sie es uns wissen! Aber auch, wenn Sie keine Informationen mehr wünschen, werden wir diesen Service bei Ihnen einstellen. Wir wissen schließlich auch, dass im elektronischen Postkasten nicht wenige E-Mails ankommen, die nicht gelesen werden und nur Zeit kosten.

Informationsschluss: 25.10.2002